Geschichte
Die Anfänge des Circus Monti reichen weit zurück – bis in die Kindheit von Guido Muntwyler, dem späteren Clown Monti. Schon als Kind liebte er den Circus und vor allem die Clowns über alles. Dass er Kurse für Kinder mit Clown Pello organisierte, war eine logische Folge. Clown Pello sagte ihm einmal: “Du solltest mit deinen Kindern Circus machen.“ Die Idee liess Monti nicht mehr los, und so nahm die Geschichte des Circus Monti ihren Lauf.
1977Erster Auftritt der "5 Montis" im Circus Olympia anlässlich eines Gastspiels in Wohlen. | |
1978Die "5 Montis" reisen während den Sommerferien mit dem Circus Olympia. | |
1979Guido Muntwyler nimmt Urlaub vom Lehrerberuf und reist mit der Familie mit dem Circus Olympia. Vier Montis treten im Programm auf. Tochter Franziska besucht die Kantonsschule. | |
1980/81Zwei weitere Tourneen im Circus Olympia. Johannes bildet sich zum Jongleur aus – Niklaus dressiert Ziegen und Andreas übt erste Schritte auf dem Seil. | |
1982/83Die Familie wohnt wieder in Wohlen. Clown Monti arbeitet als Lehrer – Niklaus und Andreas gehen zur Schule – Johannes bleibt als Jongleur beim Circus. | |
1984Die Familie Muntwyler ist 7 Monate mit einem weiteren Schweizer Circus unterwegs. | |
1985Der Circus Monti startet am 12. März – als "poetisch-schmucker Circus" – auf seine erste Saison, nach einer Vorbereitungszeit von nur wenigen Monaten. Erster Manegenpartner von Clown Monti ist Louis Castellazzi alias "Nevererst". | |
1986Nach einem für die damaligen Verhältnisse erfreulichen ersten Jahr startet der Circus Monti auf seine zweite Saison. Als beratender Regisseur wirkt bereits damals Adrian Meyer, Vittoria Michel arbeitet an den Kostümen mit. Brian Hodson, der spätere Einlass-Clown, geht als Tierlehrer mit auf Tournée. | |
1987Zum ersten Mal führt Adrian Meyer Regie. Soweit dies möglich ist, werden die verschiedenen Umbauten inszeniert und die Mitarbeitenden ins Programm miteinbezogen. Dies soll in den darauffolgenden Jahren zur Tradition werden. «Herr Rolf» (Rolf Wüst) agiert erstmals als Sprechstallmeister. Regie > Adrian Meyer | |
1988Inzwischen ist der Circus Monti mit 40 Personen und 25 Tieren unterwegs. Die vier Welsh-Ponies stossen dazu. Der spätere Kapellmeister Tino Aeby ist als Trompeter mit dabei. Im Zentrum der Clownerie von Monti, Chico und Daly steht eine Telefonkabine. Regie > Adrian Meyer | |
1989Niklaus Muntwyler übernimmt den Bereich Tiere von Tierlehrer Marcel Mösch. Unter turbulenten Umständen und zur grossen Freude der Familie Muntwyler wird ein vietnamesischer Artist engagiert. Mit seiner spektakulären Säbelbalancenummer avanciert er zum Publikumsliebling. Regie > Adrian Meyer und Thomy Truttmann | |
1990Gesang und Maskenfiguren setzen spezielle Akzente im Programm. Andreas Muntwlyer gewinnt am 13. Festival Mondial du Cirque de Demain mit seiner Seilnummer die Bronze-Medaille. Regie > Adrian Meyer und Thomy Truttmann | |
1991Auf Einladung des Olympischen Komitees reist der Circus Monti ins Tessin und gastiert eine Woche im Sportzentrum in Tenero. In Wohlen wird das Winterquartier gebaut. Ende Saison erwirbt Niklaus Muntwyler vier Camargue-Pferde. Regie > Adrian Meyer und Thomy Truttmann | |
1992Die Familie Muntwyler wagt es, bei der Programmgestaltung einen neuen Weg einzuschlagen, und verbindet Circus mit Theater. Die Figuren und Choreografien des Puppentheaters Bleisch ziehen sich als roter Faden durch die Vorstellung. Regie > Adrian Meyer und Thomy Truttmann | |
1993Stephan Dietrich begleitet das Publikum als verträumter und verspielter Zaungast “Ferdinand” durch die Vorstellung. Ein russischer Karikaturist verleiht dem Programm mit seinen Zuschauerporträts eine besondere Note. Tobias Muntwyler kommt als erstes Kind der dritten Monti-Generation zur Welt. Regie > Adrian Meyer, Thomy Truttmann und Katharina Schneebeli | |
1994Am 11. März feiert der Circus Monti zum 10. Mal Première. Elf Montis reisen mit, zehn treten in der Manege auf. Drei quirlige Kobolde (Armelle Fouqueray, Günter Klinger und Andreas Muntwyler) führen durch das Jubiläumsprogramm. Regie > Adrian Meyer und Thomy Truttmann | |
1995Nina Dimitri führt singend, erzählend und musizierend durch das Programm. Ein grösseres und beheizbares Buffetzelt wird eingesetzt. Regie > Patrik Kaufmann und Christoph Walt | |
1996Die vier Clowns Wurstl, Otto, Monti und Alieta (Jörg Bergmann, Nazario Beltrame, Guido Muntwyler und Miryam Ruppanner) stricken am roten Schal, der durchs Programm führt. Mario Muntwyler kommt als zweites Kind der dritten Monti-Generation zur Welt. Regie > Schang Meier und Daniel Rothenbühler | |
1997“Rauch" und "Brändli” (Adrian Meyer und Stephan Dietrich), die beiden Feuerwehrmänner, werden unfreiwillig Teil des Programms. Der Circus Monti geht online! Regie > Schang Meier und Daniel Rothenbühler | |
1998Clown Dimitri führt Regie. Mit dem Programm “ZirKuss” rund um die beiden Dynastien Hochnez und Strepenati gewinnt der Circus Monti den Prix Walo; dies als erster Circus überhaupt. Regie > Dimitri und Masha Dimitri | |
1999Mit dem Programm “ZirKuss” wird auf die zweite Tournée gestartet – der Circus Monti gastiert ausnahmsweise in Liechtenstein und im Tessin. Guido Muntwyler, Clown Monti, stirbt und hinterlässt eine grosse Lücke. Regie > Dimitri und Masha Dimitri | |
2000Am traditionellen Treffen einer Circusfamilie sorgt ein zauberhafter Drache für Aufregung. Zum zweiten Mal wird ein Programm mit dem Prix Walo ausgezeichnet. Regie > Mark Wetter | |
2001Dimitri führt erneut Regie. Das Programm führt zurück zum “Ur-Circus”, ohne eine Kopie des alten Circus zu sein, ohne nostalgisch zu werden. Es kommt ohne Worte aus. Regie > Dimitri und Masha Dimitri | |
2002Erstmals wird bildende Kunst mit Circus vermischt. Die Skulpturen der Luzerner Bildhauerin Barbara Jäggi setzen Schwerpunkte und bereichern das Programm “PiffPaffPuff” um eine überraschende Dimension. Nicola Muntwyler kommt als drittes Kind der dritten Monti-Generation zur Welt. Ende Saison verlässt Andreas Muntwyler den Circus Monti und realisiert eigene Projekte. Regie > Adrian Meyer und Schang Meier | |
2003Clown und Theatermann Ueli Bichsel führt zum ersten Mal im Circus Monti Regie. Er lässt sich von Jean Genets Gedicht “Der Seiltänzer” inspirieren. Regie > Ueli Bichsel | |
2004Der Circus Monti feiert am 12. März zum 20. Mal Première. Fünf Nummern der gesamten Truppe stehen im Zentrum des Programmes. Niklaus Muntwyler verlässt mit den Pferden Ende Saison den Circus. Johannes Muntwyler übernimmt mit seiner Familie die Circusleitung. Regie > Dimitri und Masha Dimitri | |
2005Die “engagierten” Giraffen, Strausse und Seelöwen reisen erst gar nicht an. Diese melden sich jedoch mit Postkarten aus aller Welt, während die vier Clowns (Estelle Beugin, Simone Fassari, Matthias Kunz und Camilla Pessi) in die verschiedenen Tierrollen schlüpfen. Als erster Schweizer Circus erwirbt der Circus Monti eine neue Zeltanlage, die die EU-Sicherheitsnormen erfüllt. Regie > Ueli Bichsel | |
2006Das erste Mal dient eine Theaterkulisse, ein mediterranes Städtchen, als Artisteneingang. Die Manege wird zur Piazza – “Piazza Monti” heisst denn auch das Programm. Regie > Didi Sommer und Cécile Steck | |
2007Ein komisches Nummerngirl und ein etwas tollpatschiger Direktor (Armelle Fouqueray und Gerardo Daniel Tetilla) führen durch das Programm. Tobias Muntwyler wird an das Festival “Première Rampe” nach Monte Carlo eingeladen. Seine Diabolo-Darbietung wird mit einem Spezialpreis ausgezeichnet. Regie > Masha Dimitri | |
2008“Barsch" und "Egli” (Clo Bisaz und Adrian Meyer), die beiden Fischer, suchen im Programm “Eintauchen…” den ihnen entwendeten Fang. Die Zuschauertribüne wird ersetzt. Diese erfüllt nun – wie das Zelt – die EU-Sicherheitsnormen. Regie > Gunhild Hamer | |
2009Am 13. März 2009 startet der Circus Monti in Wohlen seine 25. Tournée. Das Programm “Grand Hotel Monti” erzählt die Geschichte eines etwas in die Jahre gekommenen Grand Hotels, dessen Belegschaft um die 5 Sterne kämpft. Regie > Didi Sommer und Cécile Steck | |
2010Rhythmus, Tanz und Akrobatik bilden den roten Faden des 26. Monti-Programmes. Die Artistinnen und Artisten bringen das ganze Chapiteau zum Erklingen und Pulsieren. Konzept und Regie > Corinna Vitale und Oliviero Giovannoni | |
2011Im Programm "monti 2011 – en bloc!" begeistert die Mischung aus artistischen Höchstleistungen und der Geschichte rund um einen Wohnblock. Mit zehn verschiedenen Holzkuben werden vor der urbanen Kulissen einzigartige, verblüffende Wohn- und Strassenwelten gebaut. Würfel, Podeste und Türme dienen den Artistinnen und Artisten als mobile Plattformen. Regie > Rico Grandjean |
Von Anfang an vermochte der Circus Monti sein Publikum mit seinem gepflegten Erscheinungsbild und seinen interessanten, stets neuen und anderen Programmen zu begeistern. Stark wurde der spezielle Monti-Stil von den beiden langjährigen Regisseuren Adrian Meyer und Thomy Truttmann geprägt, ebenso von Schang Meier und Dimitri. In enger Zusammenarbeit mit dem Regieteam werden jeweils Kostüme entworfen und hergestellt. Wichtig ist auch die Musik. Diese wird jedes Jahr speziell für das neue Programm komponiert.
Mit den Zuschauerzahlen sind auch der Circusbetrieb, die Anzahl Mitarbeitende und die Grösse des Wagenparkes stetig gewachsen. Ein Winterquartier ist gebaut worden. Zwei Programme wurden mit dem Prix Walo ausgezeichnet. Die Anzahl der Gastspielorte wurde auf die Hälfte reduziert – von über 100 auf 48 (2009). Hingegen ist die Kapazität des Chapiteaux stets unverändert geblieben (rund 800 Plätze).
Das sind die Fakten. Dahinter verbirgt sich die Geschichte eines Lehrers, der seinen Beruf endgültig an den Nagel hängte und sich mit der ganzen Familie in ein Abenteuer stürzte.
Ein Abenteuer, das sich bestimmt gelohnt hat. Aus dem Kleincircus wurde ein mittelgrosses Unternehmen, das in der Deutschschweizer Kulturszene einen wichtigen, wegweisenden Platz eingenommen hat.



































